September 16, 2010
Vor einiger Zeit haben wir über den U2 Frontmann Bono, sein Modelabel “Edun” (Rückwärts: Nude) und die Idee dahinter, afrikanischen Bauern zu unterstützen, berichtet. Nun bringt die “Bild” unter Berufung auf einen Artikel der britischen Zeitung “Daily Mail” die Meldung, dass der Afrika-Freund seine Produktion zu Teilen nach China auslagern musste. Ein Geschäft mit dem bösen China? Ist doch gar nicht Bonos Art.
Grund für die Verlagerung des Produktionsortes nach China seien Qualitätsmängel und verspätete Lieferungen. Das Label, das in finanzielle Probleme geraten ist, wurde vor einiger Zeit zu 49 Prozent an die Luxuswahren-Gruppen LVMH verkauft.
Wie sich herausstellte hatte auch ein chinesischer Investor seine Gelder mit im Spiel. Der Traum vom glorreichen Retter der Fairness und der afrikanischen Mode ist für Sänger Bono geplatzt.
“Bild” zitiert: „Wir haben uns am Anfang zu sehr auf unsere Mission konzentriert. Es geht um die Kleidung, das Produkt. Es ist eine Modefirma. Das sollte an allererster Stelle stehen.“ (Ali Hewson, Bonos Frau)
Ideale dahin; Saubermann Bono ist – notgedrungen – in der Realität angekommen.
Sein süßes, kleines Label Edun muss es all den anderen bösen Modefirmen gleich tuen und mit den Chinesen ins Bett steigen. Schade, die “Mission” war gut, aber wie bei vielen Idealen wird der wirtschaftliche Faktor vergessen. Auch wenn weiter versucht wird ein rentables Geschäft mit den afrikanischen Produzenten und Zulieferern auf die Beine zu stellen, ist der Ruf und die Authentizität des Labels – Bonos womöglich auch – stark beschädigt.
Ich würde lieber etwas von einer Marke kaufen, von der ich weiß, dass sie in China zu günstigen Bedingungen produziert, als von einer Modefirma, die vorgibt gutes für Afrika zu wollen und dennoch keinen Deut besser ist.
Schlagwörter: Ali Hewson, Bild, Bono, Bonos Frau, china, Edun, Frontmann, Ideale, label, Marke, Modefirma, Sänger, U2
Leave a Comment