1976, nach einer Hungersnot in Bangladesch, stellte Muhammad Yunus sich die Frage wie er der Einkommensschwachen Bevölkerung in seinem Land helfen kann. Anstatt armen Menschen wohltätige Spenden auszuzahlen, kam Yunus zu dem Entschluss Bedürftigen zu helfen, indem man ihre Geschäftsideen finanziert. 1983 gründete er schließlich die Grameen Bank, die Minikredite an Mittellose vergibt.

Mittlerweile ist Muhammad Yunus 68 Jahre alt und auch in der Modebranche ein fester Begriff. Zumindest bei Martin Höfeler und Anton Jurina. Die beiden Kölner haben sich während ihres VWL-Studiums nämlich von ihm inspirieren lassen und sich ganz nach seinen Vorstellungen dafür entschieden, ein Geschäftsmodell mit sozialem Hintergrund zu realisieren. 2007 gründeten sie armedangels, ihr eigenes Modelabel, für das sie nur 100 Prozent ökologisch angebaute Baumwolle aus fairem Handel verwenden.

 

In einem Interview mit fashionfreax, gibt Martin uns einen Einblick in seine Arbeit und Bemühungen die Welt so gut er kann zu verbessern.

 

Wie seid ihr auf die Idee gekommen T-Shirts und Sweater aus 100 Prozent Biobaumwolle herzustellen?

Als wir uns näher mit der Modebranche beschäftigt haben, mussten wir relativ schnell feststellen wie miserabel die momentanen Herstellungsbedingungen sind. Unsere erste Idee war es ein T-Shirt-Portal in Verbindung mit einem Charity-Projekt zu gründen: Das hat sich dann während unserer Recherchen und einer Schreckensmeldung nach der anderen allerdings weiterentwickelt. Nachdem uns klar war wie pervers der Baumwollanbau, die Umweltverschmutzung, der Preiskampf und die Löhne sind, wollten wir kein Produkt mehr verkaufen, das zwar zu einer Spende beiträgt, aber unter miserablen Bedingungen produziert wurde. Also haben wir uns gefragt, was wir an diesen Zuständen verändern können. So sind wir auf Biobaumwolle und Fairtrade gestoßen.

 

Und wo lasst ihr armedangels produzieren?

Generell wollen wir dort produzieren wo die Produktionsbedingungen schlecht sind, um Baumwollbauern ein angemessenes Einkommen zu sichern. Wir haben uns für Indien entschieden. In Indien ist das Thema Biobaumwolle schon seit Jahrhunderten bekannt, weil es dort die typische Art und Weise des Baumwollanbaus ist. Eigentlich hatten wir das Ziel unsere gesamte Produktion in Indien zu belassen, aber als kleines Label wird dir das sehr schwer gemacht.

 

Hast du denn das Gefühl, dass Biobaumwolle und Fairtrade ernstgenommene Themen in unserer Gesellschaft sind?

In den Medien sind Biobaumwolle und Fairtrade ja schon lange ein Thema. Aber ob die Message auch schon richtig beim Konsumenten angekommen ist – da bin ich mir nicht so sicher. Aber wir versuchen alles, damit sich gerade das ändert. Unser großes Ziel ist es das Verhältnis zu drehen: das nicht mehr 98Prozent und mehr Baumwolle auf konventionelle Art angebaut werden, sondern das Menschen umdenken und sich darüber bewusst sind wo Produkte herkommen und wie sie hergestellt werden. So, dass irgendwann nur noch 90 oder sogar 80 Prozent konventionell hergestellt werden.

 

Hat sich seit Beginn eurer Arbeit die Einstellung gegenüber Biobaumwolle geändert?

Ja, definitiv. Unser aller Ziel sollte aber sein, dass diese Art der Produktion irgendwann massentauglich ist. Deswegen finde ich es auch gut, dass C&A mittlerweile Biobaumwolle anbietet. C&A ist der größte Abnehmer für Biobaumwolle weltweit. Das ist einfach eine positive Veränderung! 

 

 

Laura 

Two for Fashion: Blogparade – Green Glamour


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One Response to “GREEN GLAMOUR: ARMEDANGELS”

  1. mahret Says:

    Nochmals vielen Dank für die Teilnahme am Green Glamour Day. Für uns ist die Aktion ein voller Erfolg gewesen. Insgesamt 33 Blogger haben mitgemacht! Eine Übersicht über alle Postings findest Du hier und hier. Liebe Grüße und auf bald!

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